Ein Waschtag in meiner Kindheit

Ich habe zu Beginn meiner Ausführungen schon darauf hingewiesen, daß unsere Familie nicht mit Reichtümern gesegnet war.Wäsche  hatten wir aber genug, da mein Großvater als Leineweber mit einer großen Kiepe durch die Oberlausitz lief und Wäsche  – aller Art  – verkaufte. Dadurch bekam unsere Familie immer etwas ab

Der Waschtag in meiner Kindheit war Kult. Das begann schon am Vorabend. Meine Mutter bereitete einen Eintopf zu, da an so einem Tag keine Zeit war, noch in der Küche zu stehen.

Schauen wir einmal zurück, in unsere Zeit.Heute ist es undenkbar, einen Tag im Waschhaus zu verbringen und nur mit der Wäsche beschäftigt zu sein.So, wie das früher war, daran können sich sicher nur die Älteren erinnern.Waschen wir heute, kommt die Wäsche in die Maschine, gegebenenfalls in den Trockner und in der Zwischenzeit können wir andere Dinge erledigen.

So einfach hatten es meine Eltern nicht. Am Tag der Wäsche ging mein Vater – noch vor der Arbeit – so gegen 4.00 in der früh – ins Waschhaus und befüllte erst einmal – mit unzähligen Eimern Wasser – den Kessel. Danach heizte er diesen an.

Kam meine Mutter gegen 6.00 Uhr nach unten, hatte sie schon kochendes Wasser zur Verfügung. Um die Wäsche sauber zu bekommen, wurde sie vorgekocht. Nicht unsere Waschmaschine drehte die Wäsche hin und her, nein, das machte meine Mutter mit einem großen Holzstab.War ihrer Meinung nach die Wäsche genügend behandelt, wurden die kochend heißen Stücke in eine Wanne gegeben. Hier wurden sie nun mit einem Waschbrett sauber gerubbelt.

Kam ich aus der Schule – so ungefähr ab dem 7. Lebensjahr – hatte auch ich eine kleine Wanne mit einem Waschbrett zur Verfügung. Meine Aufgabe war es, die Taschen- und Wischtücher der Familie zu säubern.

Danach wurde die Wäsche mehrmals gespült und dann Stück für Stück durch eine sogenannte Wringmaschine gedreht. So wurde einer großer Teil des Wassers aus den Wäschestücken entfernt. Das Drehen der Kurbel war keine leichte Arbeit . Wie gut ist es doch, daß dies heute unsere Schleuder für uns erledigt.

War die Wäsche gelegt, ging es auf die „Rolle“. Das ist ein großer und schwerer Kasten, der über die auf kleinen Rollen gezogene Wäsche gleitete. Dadurch glänzte die Wäsche und sie wurde  glatt.

Durch diese Schilderungen erkennt man, daß die Technik der heutigen Zeit für uns eine riesengroße Erleichterung darstellt.

Fortsetzung folgt.

 

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Eine Antwort zu Ein Waschtag in meiner Kindheit

  1. cafi80 schreibt:

    zum Glück habe ich eine Waschmaschine und einen Trockner O:)

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